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Ich bin 20 Jahre alt und aktuell Auszubildende zur Steuerfachangestellten im 2. Lehrjahr. Von nun an berichte ich etwas von meinem Alltag in unserer Steuerkanzlei und erzähle etwas über die Aufgaben als Azubi.

Tagesbeginn und Berufsschule

Das erste Wochenende nach meinem Osterurlaub ist leider schon vorbei und somit beginnt wieder mal eine neue Woche im Büro. Normalerweise wären Montags und Freitags immer meine Schultage, an denen ich bereits um ca. 13 Uhr frei habe. Glücklicherweise erwarten die Chefs hier nicht, dass man nach der Berufsschule noch im Betrieb erscheint, wodurch wir viel mehr Zeit zum Wiederholen der ganzen neuen Gesetze haben.

Morgens gegen halb 8 Uhr geht es dann los mit dem Fahrrad Richtung Arbeit. Angekommen werden erstmal die Hände desinfiziert, bevor ich mir Tee in der Küche vorbereite. Hier heißt es neuerdings: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, da nur noch eine Person in der Küche zur gleichen Zeit erlaubt ist. Gut für mich, da ich meistens einer der ersten bin.

Derzeit bearbeite ich immer zuerst meine Schulaufgaben, bevor es dann mit meinen eigentlichen Aufgaben losgeht. Während dem Unterrichtsausfall ermöglicht uns der Chef nämlich, die gestellten Schulaufgaben bei der Arbeit zu erledigen und uns dafür sogar abseits ins Besprechungszimmer zu setzen. Da es aber im Büro ohnehin sehr ruhig ist und die Tische viel Platz bieten, ist das zum Glück nicht nötig! Praktisch ist hier auch der riesige Drucker auf der Arbeit, mit dem man das ganze schulische Arbeitsmaterial ausdrucken kann, ohne sich Sorgen bezüglich der Tinte oder der Qualität, wie sonst immer Zuhause, machen zu müssen.

Hilfe unter den Azubis und Pause

Zwischendurch werde ich von dem Azubi im Jahrgang unter mir angesprochen, der Hilfe bei neuen Aufgaben benötigt. Manchmal fragen wir Azubis lieber untereinander um Rat, da wir alle die Theorie noch frisch im Kopf haben und die Unsicherheit des anderen besser verstehen. Somit erkläre ich ihm beispielweise die erstmalige Erstellung einer Einkommensteuererklärung und worauf er hierbei achten sollte. Ich gehe dann mit ihm alle wichtigen Anlagen durch und zeige dabei, welche Daten er sich schnell vom Finanzamt holen kann, anstatt diese mühselig selbst einzutippen.

Gegen Mittag heißt es dann für viele Essen und wenige, bei uns nur die Steuerberater, gehen dafür raus. Da unsere Kantine nebenan leider aufgrund der Corona-Krise geschlossen hat, muss ich mir wieder von Zuhause etwas mitbringen, was vergleichsweise eher bescheidenes Essen ist. Dazu nehme ich mir meist noch Obst aus unserem Obstkorb und probiere auch den neuen Kakao aus unserer neuen Kaffeemaschine aus. Viel zu lecker und eine eindeutig bessere Variante zum bitteren Kakao!

Die monatliche Daueraufgabe: Buchhaltungen

Weiter geht es dann meist mit Buchhaltungen. Ich kümmere mich meist um Buchhaltungen, da diese immer bis zum 10. Eines Monats fällig sind und somit eine stetige Aufgabe sind. Hier erfassen wir die Einnahmen und Ausgaben eines Betriebs und ordnen diese in Bereiche wie Umsätze, Wareneinkauf oder sonstige betriebliche Kosten. Die daraus berechnete Umsatzsteuer-Zahllast muss dann an das Finanzamt übermittelt und bezahlt werden. Wir arbeiten sozusagen „im Hintergrund“ der Betriebe und überwachen deren Umsatzzahlen und sehen genau wie gut oder schlecht es eben läuft.            Mit Glück bringen auch alle Mandanten ihre Unterlagen auch noch bis zum 10. vorbei oder man muss ihnen wie Grundschülern hinterherrennen und sie an die Abgabe dieser erinnern.

Am liebsten beschäftige ich mich mit Buchhaltungen von Gastronomien, da man da genau versteht was diese kaufen und es interessant ist zu sehen, wie viel Umsatz diese machen. Bei Fragen wende ich mich gerne an meine Kollegen, welche recht offen sind und zum Glück auch bei der 10. Frage nicht genervt reagieren. Sie nehmen sich auch bei größeren Problemen gerne Zeit und nicht selten sind wir dann 30 Minuten mit einem Problemfall beschäftigt.

Sobald ich die Buchhaltungen fertig hab, erstelle ich immer Schreiben und Auswertungen für die Mandanten. Das gibt einem immer ein schön befriedigendes Gefühl, wenn man die Buchhaltung erstmal einen Monat nicht sieht und der Mandant am besten sogar eine Erstattung erhält.

Fast Feierabend. juhu!

In den letzten 30 Minuten vor Feierabend fange ich dann auch meistens an meine Dosen zu spülen und frankiere gegebenenfalls die Post. Dies ist hier die Aufgabe der Azubis und wird meistens vom Jahrgangs-Jüngsten erledigt. Diese wird dann auch von uns mitgenommen und zum nächstgelegenen Briefkasten gebracht.

Um 16:30 Uhr heißt es dann Feierabend, wir verabschieden uns von den Steuerberatern, die noch länger bleiben und machen uns auf den Weg nach Hause.

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